Folge 12: Eis über Europa! Wer hat’s erfunden?

Irgendwo im Flachland steht ein riesiger Stein, der da eigentlich nicht hingehört. Kein Mensch hat ihn dorthin geschleppt, und trotzdem liegt er dort, seit Jahrtausenden, stumm und rätselhaft. Die Frage, wie er dorthin kam, führte im 19. Jahrhundert zu einer der revolutionärsten Ideen der Wissenschaftsgeschichte: dass weite Teile Europas einst unter gewaltigen Eismassen begraben lagen. In dieser Folge erzählen wir, wie diese Idee entstand, und wer wirklich hinter ihr steckt.

Die Entdeckung der Eiszeiten begann nicht im Labor. Sie begann in den Alpen, mit einem Walliser Gemsjäger, der die Rillen in den Felsen seines Tals kannte wie seine eigene Handschrift, und der daraus einen kühnen Schluss zog: Der Gletscher muss einst weit ins Tal gereicht haben. Weit über das hinaus, was irgendjemand für möglich hielt.

In dieser Folge verfolgen wir, wie aus dieser einen Beobachtung eine wissenschaftliche Revolution wurde. Wir erzählen von Jean-Pierre Perraudin, dem Bauern, dessen Theorie jahrelang niemand ernst nahm. Von Ignaz Venetz, dem Staatsingenieur, der durch eine Gletscherkatastrophe zur Wissenschaft kam, und dabei etwas Weltbewegendes entdeckte. Von Jean de Charpentier, dem stillen Architekten der Eiszeittheorie, der die Beweise mühsam zusammentrug. Und von Louis Agassiz, der all das in einen großen Auftritt verwandelte, und damit berühmt wurde.

Wir fragen außerdem: Warum dauerte es so lange, bis die Wissenschaft eine Idee akzeptierte, die im Grunde vor aller Augen lag? Was blockierte das Denken, und was löste den Durchbruch aus? Und was sagt uns diese Geschichte über die Art, wie Wissenschaft wirklich funktioniert?


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